Inhaltsstoffe des Grünen Tees

Xanthine und Catechine als interessante Wirkstoffe

Tee wird schon seit altertümlichen Zeiten eine gesundheitsförderliche Wirkung zugeschrieben. Im 19. Jahrhundert begannen Chemiker, die Inhaltstoffe einiger Nahrungsmittel zu isolieren, charakterisieren und synthetisch herzustellen. Man fand in Tee Xanthine wie Coffein, Theophyllin und Theobromin sowie das Glutaminsäure-Derivativ Theanin. Diese Substanzen haben stimulierende Eigenschaften (mit Ausnahme von Theanin, das eher beruhigend wirkt), verbessern die kognitive Leistungsfähigkeit und haben zudem einen positiven Einfluss auf das Immunsystem.1 Tee enthält weitere wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamin E, Vitamin C, Fluorid und Kalium.

Xanthine Derivatives in Green Tea

Der herbe Geschmack beim Teegenuss rührt von der Aufnahme von phenolischen Substanzen her - einer Gruppe von Verbindungen, die als Catechine bekannt sind. Catechine sind hydroxylierte Flavanole - also chemisch gesehen Derivate von Flavon-3-ol. Grössere Moleküle mit mehreren Phenolgruppen, wie die Ester, die aus Gallussäure und den Catechinen gebildet werden, bezeichnet man zudem als Tannine. Auch wenn Catechine als auch Tannine in anderen Pflanzen vorhanden sind, so sind die Catechine in Tee so einzigartig, dass sie als Teecatechine bezeichnet werden. Teecatechine sind hervorragende Antioxidantien und bilden Komplexe mit Metallen. Wenn Tee zu Oolong oder Schwarztee fermentiert wird, kuppeln die Catechine oxidativ zu Dimeren, die eine rote Farbe aufweisen und damit für die Färbung dieser dunkleren Teesorten verantwortlich sind. Diese Stoffe, die als Thearubigine und Proanthocyanidine bezeichnet werden, haben ähnlich wie monomere Catechine antibiotische und immunstimulierende Wirkungen. Grüntee enthält allerdings keine nennenswerten Anteile dimerisierter Verbindungen.

Die nachfolgende Graphik zeigt neben den wichtigen Teecatechinen und Grundbausteinen auch Flavan-3-ol, das im Text erwähnt wird, aber selbst nicht in Tee zu finden ist.

Catechin Derivatives in Green Tea
Catechin Derivatives in Green Tea

Von Catechinen wird angenommen, dass sie zahlreiche Effekte auf die Gesundheit bewirken, so z.B. Schutz von Nervenzellen, Entzündungshemmung, Hemmung von Geschwüren, antimikrobielle und antivirale Wirkung. Das bezüglich der Wirkung am meisten studierte Catechin ist Epigallocatechin-3-gallat (EGCG), das etwa 50-75% der Gesamtmenge an Flavonoiden in Grüntee ausmacht. EGCG ist ein sehr potentes Antioxidans, das zudem eine grosse Zahl physiologisch wichtiger Enzyme hemmt. Es gibt Anzeichen dafür, dass für EGCG unter anderem therapeutische Anwendungsmöglichkeiten in der Behandlung von einigen Krebsarten, chronischem Erschöpfungssyndrom, Endometriose, Neurodegeneration, Läsionen der Zahnwurzeln, Regulierung der Virenmenge bei HIV, Sjögrens Syndrom und der spinalen Muskelatrophie existieren.